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erstellt am 11.04.2009
Kategorie Allgemein

Glasnost 2.0

Ein kleiner ZDF Beitrag bringt versteckt heraus, was derzeit weltweit zugange ist.
Dergute alte Lattenzaun des deutschen "Individualistentums", mit dem wir uns bislang vor allen friedlichen nachbarn verstecken konnten, hat ausgedient.
Selbst die 2,5m hohe Lebensbaumhecke, die zum Inbegriff deutscher Privatsphäre zu werden scheint, taugt nix mehr. Denn Google, die Reinkarnation der Medien, wenn nicht gar DAS Medium schlechthin, startet eine neue Offensive auf die Kleinbürgerlichkeit. Die Operation nennt sich Street View und behinhaltet das größte Spähmanöver der menschlichen Geschichte.

Wenn mich eine Suchmaschine, die man wohl eher Finde- bzw. Gefunden- werden-Maschine nennen sollte, mit Produkten und Dienstleistungen überhäuft meiner Suchanfrage überhäuft, ist das die eine Sache. Wenn ich mich vor lauter Freude und Dankbarkeit für dieses Entgegenkommen ablenken lassen, eben einkaufen gehe, ohne es zu wollen und beim Ausschalten des Rechners feststelle, dass ich nicht das Wissen erlangt habe, nachdem ich verzweifelt seit Tagen suche. Dann ist das eine weitere Sache und irgendwie auch mein Problem. Aber jetzt schaut die ganze Welt nicht nur auf mein bescheidenes Wellblechdach, sondern auch direkt ins Schlafzimmerfenster. Bei unseren heimlichen Vorbildern, den großbrüderlichen Amerikanern ist dieser feucht-schlüpfrige Taum aller Spanner inzwischen Wirklichkeit. Der Großteil US-Amerikanischer Siedlungen und seien sie noch so weit abseits gelegen, lassen sich inzwischen bereits in 3D bewundern. Einfach das kleine grüne Menschlein auf die Stelle auf der Karte ziehen und nun bewundert die ganze Welt mein Auto, meinen Gartenzaun, die soldatisch angeordneten Zwerge dahinter und wenn es gut kommt auch meinen Hintern, als ich mich gerade bücke, um die Fahrradkette zu ölen...
Europäische Großstädte wue London, Paris, etc sind auch schon erfasst. Die wohl größte Momentaufnahme aller Zeiten. Weltumspannend. Jeden Eckenpinkler und Hundescheißhaufen inklusive. Wer genau hin sieht, kann es auch noch dampfen sehen.
Muss das sein? Wollen wir das wirklich sehen?

Ein kleinet Trost ist der Panik erfüllte Schreckensschrei deutscher Datenschützer. Das letzte Bollwerk gegen den Verlust unserer Privatsphäre, die wir ja auch schon auf facebook und StudiVZ schützen lassen.
Man kann sehr lange darüber nachdenken, was es eigentlich heißt, ein gläserner Mensch zu sein. Und um es genau zu nehmen, sieht man mit jedem Buchstaben dieses Blogs auch meine Neuronen aufflammen. Meine Gedanken als Buchstabenbahnen vor deinen Augen.
Und damit auch jeder meine innersten Gefühle sehen kann, googlet einfach mal meinen Namen oder seht euch Profilseiten wie 123people.de an. Was man da alles über sich erfahren kann ist transparenter als Glas und mit nichts mehr zu beschmutzen.
Das schöne daran, für alle die so vergesslich sind wie ich, ist, dass man auch bei einem Totalhirnverlust sehr schnell seine Identität wiedererlangen kann und einen sehr aussagekräftigen Lebenslauf verfassen kann.
Das Google-Gedächtnis merkt sich alles: alte Mailadressen, Mitschüler, Trennungesfotos und neuestens sogar das zweijährige Auto, das leider schon wieder der Abwrackprämie zum Opfer gefallen ist. Ob man auch irgendwann seine Online-Identität abwracken kann?
Trostpflaster ist der Hauch von ewigem Leben, das uns Google vermittelt. Danke.
Fotoalbum

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Soziales Dings
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