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erstellt am 02.11.2011
Kategorie Ausstellung

Let's go and watch some war

In Berlin gibt es zur Zeit mehrere Möglichkeiten sich visuell mit Krieg auseinander zu setzen. Gleich zwei Ausstellungen thematisieren die medialen Bildwelten globaler Kriegschauplätze.



In den Kunstwerken ist die Ausstellung "seeing is beliving" zu sehen:
Die Bilder eines Terroranschlages können live verfolgt werden und gehen innerhalb von Sekunden um die Welt. Im UN-Sicherheitsrat wird ein Wandteppich mit Guernica-Motiv verhüllt, um bald darauf ein Satellitenfoto als zentrales Argument in der Legitimierung eines Krieges zu präsentieren. Bilder einer Exekution werden live ins Weiße Haus übertragen, doch kein Foto gelangt an die Öffentlichkeit. Rasant und unmittelbar verbreiten sich Bilder; sie erscheinen als einzige Zeugnisse, die uns ein Ereignis glaubhaft und erfahrbar machen können. Seeing is believing – und dennoch übersteigen Bilder unsere Vorstellungskraft sowie unseren Glauben an die Wirklichkeit. Die Erkenntnis, dass Bilder nicht einfach Repräsentanten außermedialer Wirklichkeit sind, sondern eigene Realitäten erschaffen, ist mittlerweile integraler Bestandteil zeitgenössischer Bildkompetenz. Die visuelle Gegenwärtigkeit politischer Ereignisse, die Politisierung von Bildern sowie die unkontrollierbare Geschwindigkeit ihrer Verbreitung haben in der gegenwärtigen Kunst zu einem konzentrierten Nachdenken über Macht und Status des Bildes geführt.

Letztes Wochenende war ich da und kann die Ausstellung empfehlen, deren mediale Vielfalt - es werden eben nicht nur Fotos ausgestellt - mir besonders gefallen hat: Installation, Video, Fotografie. Die Rolle der Berichterstattung und wie durch die Bilder und Videos Realität erzeugt wird, untersucht oder hinterfragt jedes Kunstwerk auf unterschiedliche Weise.



Zeitgleich läuft noch bis zum 4. 12. im C/O Berlin die Ausstellung unheimlich vertraut. Bilder vom Terror.  Anders als in den Kunstwerken werden hier hauptsächlich Fotografien gezeigt:
Als extreme Form der Erzeugung von terroristischen Bildereignissen gelten die Anschläge zum 11. September 2001 – dem meist fotografierten und gefilmten Ereignis der Mediengeschichte. Ihrer Verwertungslogik folgend beginnen die Medien weltweit am selben Tag einige wenige Bilder und Sequenzen endlos zu wiederholen und damit medial auf Dauer zu stellen. Die terroristische Strategie, größtmögliche Aufmerksamkeit zu erlangen, und die kapitalistische Verwertungslogik der Medien gehen eine symbiotische Beziehung ein. Die Medien werden zwangsläufig zu Kollaborateuren, zu Mittlern zwischen Terroristen und Publikum.
Trotz einer immensen Bilderflut erscheinen unmittelbar nach den Ereignissen nur rund 30 unterschiedliche Fotografien auf die Titelseiten weltweit. Ebenso werden im Fehrnsehen immer dieselben Videos in Endlosschleifen wiederholt. Die internationale Konzentration und Zusammenarbeit der Bildagenturen reduziert die Bildauswahl zusätzlich. Nach Jahren bleiben jedoch nur noch fünf bis zehn Motive im kollektiven Bewusstsein. Diese Beschränkung der öffentlichen Berichterstattung über das Geschehen auf wenige Bildtypen ist kennzeichend für den medialen Umgang mit Terror.
Begleitend zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Film- und Vortragsprogramm, das auf der Homepage aufgeführt ist. Auf einen Höhepunkt sei hingewiesen:
 
Freitag, 02. Dezember 2011 . 19 Uhr
Vortrag
The Historical Uncanny: Phantoms, Doubles, and Repetition in the War on Terror
Prof. Dr. W.J.T. Mitchell . Kunsthistoriker . Chicago 
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