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Alle Artikel aller Autoren in einer laaangen Liste.

Zeige Kategorie: Zusammenhänge

erstellt am 21.07.2012
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Do schools kill creativity?

Ken Robinson führt ziemlich anschaulich vor, wie die Bildungssysteme rund um den Globus funktionieren und welche Talente sie (nicht) fördern. Ein gutes Beispiel, wie man für ein wichtiges Thema werben muss: anschaulich (Beispiele!), witzig (britisch!) und mit einem Schuß fundierten Fachwissen. Es geht um Kreativität, Interdisziplinarität, Talentfindung, Bildungssysteme, Cats, Kinder, Tänzer, Industrialisierung und Gehirne, die zum nächsten Meeting wollen...

Soziales Dings
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erstellt am 26.02.2012
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Würstchenerklärung


Via Kraftfuttermischwerk
Soziales Dings
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erstellt am 14.02.2012
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Zum 80. Geburtstag von Alexander Kluge

Ich muss ja zugeben, dass ich Alexander Kluge am Anfang nicht ausstehen konnte. Sein Interviewstil erinnerte mich irgendwie immer an imaginiäre Gesprächsrunden zwischen eingestaubten Lateinlehrern. Dieser negative Ersteindruck ist aber schnell einer echten Begeisterung für Kluge gewichen. Heute mag ich seinen ausozziationsreichen Denkstil, der so viele Bereiche miteinander verbindet. Zwei kleine „Gedankenhappen“ will ich anlässlich seines 80. Geburtstags aus einem Interview im Tagesspiegel zitieren, die auch gut zu meiner jetzigen Lebenssituation passen.

Zur Biografie:
Tagesspiegel: Für Niklas Luhmann ist eine Biografie, eine „Sammlung von Zufällen, das Kontinuierliche besteht in der Sensibilität für Zufälle“. Erfinden wir unser Leben?

Luhmann ist ein unglaublich kluger Mann, ein absolut exakter Beobachter. Es stimmt, äußerlich besteht eine Biografie aus einer Sammlung von Zufällen. Entscheidend ist, wie ich innerlich auf das Angebot dieser Zufälle antworte. Wir sind Glückssucher. Obwohl wir das Glück nicht immer finden, werden wir es uns nicht ausreden lassen, es zu suchen. Man kann Leben nicht planen. Kleist hat sich in einer Lebenskrise gequält, sich einen Lebensplan zu verordnen. Der Lebensplan hat ihn später zerrissen. Wenn ich mich verliebe, trifft mich etwas. Das ereignet sich, ohne dass ich einen allmächtigen Willen dagegen setzen könnte. Das bedeutet das Wort Zufall. Aber ich kann wach sein, aufmerksam, in meiner Antwort auf das, was mich trifft. Oder ich kann mich verhalten, wie ein unaufmerksamer Kapitän, der sein Kreuzfahrtschiff in Schräglage bringt. Wenn Menschen in der Begegnung mit Zufällen unaufmerksam sind, bringen sie ihr Leben in solche gefährliche Schieflagen.

Zur Liebe und zur Philosophie sagt er auch noch etwas sehr schönes:
Die Frage nach den Schwierigkeiten in einem Liebesverhältnis ist eine gute Wurzel für eine philosophische Auseinandersetzung. Philosophie ist nichts Abstraktes. Sie geht um mit dem, was für mein Leben relevant ist. Das ist so in „Liebe als Passion“ von Luhmann und in Adornos „Minima Moralia“. Die Theorie, unser Denken, ist verankert in den Emotionen. Ratio ist verdichtete Emotion.

Hier gehts zum ganzen Interview.
Soziales Dings
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erstellt am 01.08.2011
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Grounded Theory: Warum Forschung immer subjektiv ist.

Die Grounded Theory thematisiert, warum wissenschaftliche Forschung immer vom subjektiven Standpunkt des Forschers abhängt. Dieser subjektive Faktor ist gerade in der sozialwissenschaftlichen Forschung vielfältig, da hier die physischen, kulturellen, sozialen und persönlichen Faktoren zwischen Forscher und dem Forschungsobjekt großen Einfluss auf Forschungsaufbau, -ablauf und -ergbenisse haben. Diese Erkenntnis wird durch eine selbstreflexive Herangehensweise offengelegt und versucht in den Forschungsprozess zu integrieren. Verschiedene Methoden der Grounded Theory unterstützen diesen Prozess.

Subjektivität sollte nicht primär als Fehlerquelle angesehen werden
Ich finde die Ansicht vollkommen richtig, wird doch bei den Forschungsergebnissen nie direkt begründet, wo zum Beispiel persönliche Neigungen bei der Auswahl des Forschungsthemas und der verwendeten Methoden eine Rolle spielen. Die wissenschaftliche Forschung versucht eher die Persönlichkeit des Forschers zu verdecken, als sie als unvermeidlichen Teil der Forschungsarbeit zu akzeptieren. Das wird immer dann getan, wenn von einer angeblichen "Objektivität der Wissenschaft" die Rede ist. Wer diese Ansicht vertritt, wird versucht sein, die subjektiven Einflüsse als Fehlerquelle auszuschließen. Die eigenen persönlichen Präferenzen ernstzunehmen und ihr eine positive Erkenntnismöglichkeit abzugewinnen, fördert eine ganzheitliche Forschung, wie auch besser verständliche und "ehrliche" Ergebnisse.

Drei Stufen selbstreflexiver Forschung
Die Grounded Theory schlägt deshalb Methoden vor, die das Hin- und Herpendeln zwischen dem "Forscher als Privatperson", mit seinen persönlichen Neigungen und dem "Forscher als Professionellen" unterstützt. Dieser Prozess läuft immer dreistufig ab und lässt sich gut durch die Begriffe "Urzentrierung", "Dezentrierung" und "Rezentrierung" beschreiben. Eine Methode die ich in diesem Zusammenhang sehr hilfreich finde, ist das führen eines Forschungstagebuchs. In ihm werden Vorkonzepte zum Forschunsgfeld, persönliche Erlebnisse und Berührungspunkte mit dem Forschungsthema, problem- und theoriebezogene Memos notiert und über die eigene Forschung reflektiert. Das Forschungstagebuch hilft damit, den Forschungsprozess zu beschreiben (Urzentrierung), kritisch zu reflektieren (Dezentrierung), aus dieser Reflexion wieder neue Erkenntnissen zu gewinnen (Rezentierung) und in die Bearbeitung mit einfließen zu lassen.

Idee zur Veröffentlichung des Forschungstagebuchs
Idealerweise wird der Prozess der Ideenfindung, Methodenauswahl, Durchführung und Auswertung schon in der Forschungsarbeit thematisiert. Wenn die Reflexion direkt im Text vorgenommen wird, verlängert die Präsentation der Ergebnisse allerdings wesentlich. Ich denke, dass es sinnvoll ist, eine komprimierte Version des Forschungstagebuchs erst nach den Ergebnissen an die Arbeit anzufügen (vielleicht in den Anhang).
Eine ähnliche Funktion erfüllt zwar auch das "Acknowledgement", hier werden aber nur methodische Einschränkungen und keine persönlich gefärbte Lösungsstrategien beschrieben. Die Erweiterung des "Acknowledgement" wäre sicher eine Erleichterung für alle Leser. Sie könnten die Entwicklung des bearbeitenden Themas nachvollziehen und neue Anregungen zur eigenen Forschungsarbeit gewinnen.

» Nahezu alle Gedanken zu diesem Text sind aus dem 3. Kapitel des Buchs "Reflexive Grounded Theory. Eine Einführung für die Forschungspraxis" von Franz Breuer entnommen. Es ist online bei spingerlink.de (zu Teilen auch  ohne Registierung) verfügbar.

{Ein kurzes Tagebuch zur Motivation diesen Text zu schreiben: Persönliche Überzeugung und Begeisterung für dieses Konzept (Reflexion, egal über was, kann nie schaden!*); Ideenfindung wie die Grounded Theory in meine Diplomarbeit integriert werden kann; Rekapitulation der für die Arbeit wichtigen Grundgedanken der Grounded Theorie; Die Auffassung das dieser Text es wert ist, hier veröffentlicht zu werden.
* Okay, es gibt Ausnahmen...}
Soziales Dings
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erstellt am 18.07.2011
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Die Religiösität der Marke

From the average citizen's standpoint big business is more omnipresent than contemporary thoughts of God's own presence. Everyday, everywhere the average citizen uses a big business telephone, drives a big business automobile, uses a big business gasoline to go to a big business chain market. He goes home and while imbibing big business beer, he watches big business television give identity to big business by condemning the personality of big business. Now all this is well known. Big business leaders understand this and much more. There is one thing however, they apparently do not comprehend. The head of a giant cooperation simply (and rightly of course) refuses to think of himself as any kind of a god. This man's power however and the omnipresence of that power which extends from his company to millions and millions of people, has forced upon him, like it or not, a spiritual responsibility as well as a secular one. He has become a god to the public and when he commits bad acts he demoralizes a large segment of society.

Hill, Ivan (1976): The Ethical Basis of Economic Freedom
Soziales Dings
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erstellt am 14.06.2011
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Mathematisiertes Weltverständnis*

* Ich habe mich schon oft gefragt, was die Leute eigentlich meinen, wenn sie von Erlebnis reden. Ich bin Techniker und gewohnt, die Dinge zu sehen, wie sie sind. Ich sehe alles, wovon sie reden, sehr genau; ich bin ja nicht blind. Ich sehe den Mond über der Wüste von Tamaulipas - klarer als je, mag sein, aber eine berrechenbare Masse, die um unseren Planeten kreist, eine Sache der Gravitation, interessant, aber wieso Erlebnis? [...] Ich sehe auch keine Sintflut, sondern Sand, vom Mond beschienen, vom Wind gewellt wie Wasser, was mich nicht überrascht; ich finde es nicht fantastisch, sondern erklärlich. [...] Ich kann mir keinen Unsinn einbilden, bloß um etwas zu erleben.

Aus: Max Frisch, Homo faber. Ein Bericht; Surkamp Verlag 1997; S. 25 ff.
Soziales Dings
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erstellt am 26.04.2011
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Philosophie ist...

…der gedankliche Ausdruck der größten Freiheit, trotz derer man nicht weiß was zu tun ist und allenfalls eine Ahnung davon erhält, welche Dinge zu unterlassen sind.

…die umfassendste Art der kreativen Zerstörung jedes naiven Glaubens an die Beständigkeit von Überzeugungen. Ihre Trümmer dienen als Grundlage einer anderen Erkenntnis, ohne dass diese jedoch beseitigt würden.

…eine Form der Antwortgebung auf alle Fragen, die ganz anders und viel nüchterner ausfällt als es vielleicht nötig wäre.

…nicht die Antwort sondern ein Prozess, der zwar beginnt aber nie enden kann.

…Verunsicherung bei gleichzeitigem Entstehen neuer Sicherheiten. Diese sind allerdings so unbefriedigend, dass sie nicht im Ansatz das Pathos der früheren Antworten erreichen.

…in ihrer Art immer nicht weltlich, weil sie ohne Handlung existieren kann und so lange keinen praktischen Bezug findet, bis Entscheidungen ihre Freiheit wieder einschränken.

Soziales Dings
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02.05.2011, 14:46
Kommentar von Mb
Von wem sind denn diese schlauen Gedanken?
erstellt am 22.07.2010
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Tierphilosophie

Hier ein Radiogespräch auf wdr5 mit dem Tierphilosoph Markus Wild, von der Humboldt Uni Berlin, der meiner Meinung nach klar nachvollziehbare Argumente für den Umgang mit anderen Lebewesen findet und die Stellung "des" Tieres im Vergleich zum Menschen näher beleuchtet.

Hier gehts zum Philosophischen Radio vom WDR5 und vielen weiteren Interviews.

Und hier direkt zum Download des Interviews.

Dazu passen hier irgendwie springende nickende, springen und schaurig schöne Kühe (fragt mich bitte nicht warum!):
(Gesehen auf nerdcore.de)
Soziales Dings
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22.07.2010, 19:42
Kommentar von egon
allein das video ist von höchster güte. meine güte, wie kommt man denn auf sowas???? genial
erstellt am 20.03.2010
von egon / Kategorie Zusammenhänge

Menschen die Koffer tragen

es soll menschen geben, die wollen, dass man ihnen hilft, ihre überdimensionierten und übervoll bepackten koffer zu tragen, zu heben, zu bewegen.
und viele von ihnen könnten uns noch nicht einmal sagen, was sich alles in dieser großen box versteckt.
eigenartig. was man alles mit sich rum schleppt und doch nie braucht.

für alle, die nochmal was ganz anderes lesen wollen, als diesen gerade produzierten brei, die können mal auf meiner alten seite blaue blume.de vorbei schauen. nur noch hier zu haben. und nur für kurze zeit. und vor allem wunderbar unaktuell. ein fragment alter tage. sehr alter tage.

Soziales Dings
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erstellt am 15.10.2009
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Politiker-Neusprech

Ein kleines feines und unterhaltsames Video über Politiker- und Werbersprache:

Soziales Dings
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erstellt am 10.08.2009
von egon / Kategorie Zusammenhänge

treibgut

Wo bekomm ich schöne hochzeitslieder her?

gefragt von jenna1988jenna1988 am 13.03.2009 um 21:56 Uhr

Hallo ihr lieben ich suche für meine kirchliche hochzeit schöne lieder,ich hab ein schönes gehört aber keine ahnung wie der heißt...wäre nett wenn ihr mir helfen könntet...danke danke danke


beantwortet von Schmerzenegger am 13. März 2009 21:58

Spiel mir das Lied vom Tod

Soziales Dings
3 Kommentare
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11.08.2009, 09:59
Kommentar von xn
:D
11.08.2009, 18:13
Kommentar von egon
ob jenna1988 wirklich schon mit 21 heiratet? mutig
12.08.2009, 14:00
Kommentar von xn
mutig ist da noch ein sehr positives wort
erstellt am 10.08.2009
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Sinn gegen Wagenknecht

In diesem sehr aufschlussreichen Interview in der Zeit entlarvt Sahra Wagenknecht, die führende Vertreterin der Kommunistischen Plattform in der Linkspartei, auf welchen populistischen und unwissenschaftlichen Urteilen (= einer einzigen Gedankenströmung) die Linkspartei ihre angebliche Politik für den Menschen aufbaut. Wenn das wirklich die Führerin der Kommunistischen Plattform ist (was sagt dann erst das Fußvolk), kann man nur hoffen, dass Sinn(volles) am Ende die Oberhand gewinnt. Nicht unbedingt deshalb, weil er als charismatischer Vertreter der "Guten Sache" auftritt, sondern weil er Frau Wagenknecht die besseren Argumente entgegen hält.

Read on, oh my dear!
Soziales Dings
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erstellt am 23.07.2009
von xn / Kategorie Zusammenhänge

Obermeier erklärt die Welt - Teil 1

Warum denke ich bei Obermeier immer gleich an Uschi und nicht an den Mitbegründer und Mitherausgeber der Zeitschrift der blaue reiter? Ein paar sehr interessante und einfach zu lesende Gedanken hat er im Interview mit eben jener Zeitschrift abdrucken lassen (Den Anfang des Interviews gibt es auch als pdf im Heftlayout). Damit ihr nicht gleich vom Text erschlagen werdet, einfach bei Interesse für Textwüsten auf "Gib mir mehr Text" klicken. Auch wenn das Thema des Hefts aus dem das Interview stammt "Philosophie im Gespräch II" heißt, gleicht doch eher einem Monolog. Aber lassen wir Uschi, ähm Obermeier doch einfach mal reden:

Gedämpfte Stimme aus dem Off: Herr Professor Obermeier, Sie haben als Tierarzt beim Staat und in der Industrie gearbeitet, dann Philosophie studiert, nebenbei ein Diplom in Politologie erworben und sind schließlich Professor für Philosophie geworden. Wie kommt man als Tierarzt zur Philosophie?


Es gibt für mich keinen Aspekt des Lebens, über den man nicht nachdenken konnte. Tiermedizin ist ein schönes Studium, das auch viel mit Philosophie zu tun hat. Zum Beispiel die vergleichende Anatomie. Wie klassifiziert man eigentlich? Warum sind Fische eine Gruppe? Das ist überhaupt nicht so klar, wie man meint. Auch der Begriff der Krankheit ist ein schwieriges Problem, das immer irgendwie mit Philosophie verbunden ist. Ich habe eine Leidenschaft dafür, über Grundprobleme nachzudenken. [...]
Zu meiner Studienzeit gab es Lehrbücher wie Der Grundriss der tierischen Reproduktion [[Anmerkung: Gibt es das Buch überhaupt? Google schweigt]], in denen das Tier nur als Maschine gesehen wurde. Damals kam auch die Massentierhaltung auf. Einmal habe ich eine riesige Massentierhaltung von Kaninchen angeschaut. Zigtausend Tiere auf einem Haufen - die Ohren waren alle abgefressen, das Fell raus gerissen, grauenhaft. Das war mir zu viel. Da habe ich dann beschlossen, dass ich nicht der verlängerte Arm dieser Art der Produktion sein möchte und habe begonnen Philosophie, Soziologie und Wissenschaftstheorie zu studieren.

GSaO: So gesehen war es beinahe natürlich, dass Sie das Studium der Philosophie mit einer Arbeit über Popper abgeschlossen haben, der im Medium der exakten Wissenschaften zu philosophieren begonnen hatte.


Die Wissenschaft hat unendlich Interessantes herausgefunden, wie zum Beispiel die mehrfache Entzauberung des Menschen: Dass der Mensch nicht im Mittelpunkt des Kosmos steht, dass der Mensch nicht in 6 mal 24 Stunden hergestellt worden ist, dass der Mensch — das ist für uns wohl das Erschütterndste — nicht Herr im Hause seiner Vernunft ist, wie Freud gesagt hat. Die Vernunft ist ein mächtiges Instrument, aber offensichtlich können wir damit nicht umgehen. [...] In diesem Sinne ist die Naturwissenschaft für mich ein tolles Instrument der vernünftigen Entzauberung der Welt. Sie ist aber auch ein Instrument, das uns in den Abgrund eines technologischen Gottes stürzen kann.
Was das Interesse an Popper betrifft, so war das furchtbar einfach. Ich habe mir gedacht: Jetzt schau ich mir mal an, wie so ein Brunfthirsch der Philosophie die Wissenschaft betrachtet. Ich bin ja selbst lange genug im Labor gestanden. Ich habe seine Logik der Forschung gelesen. Das war furchtbar für mich! Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass Poppers Wissenschaftstheorie logisch und empirisch völlig falsch ist, sie entspricht einfach nicht der Forschungswirklichkeit. Die Absicht von Popper war ja edel. Er wollte sozusagen den Rationalismus vor dem Skeptizismus, der den Zweifel zum allgemeinen Prinzip erhebt, retten. Er wurde berühmt, durch seine Jubelgeschichten über die Wissenschaft. Aber zu behaupten, dass der Wissenschaftler prinzipiell ein Wahrheitssucher sei, ist ein Treppenwitz [...]. Der Forscher geht auch nicht ins Labor und stellt jeden Tag alles in Zweifel, wie Popper behauptet. Ich bezweifle doch nicht permanent meine Sektionstechnik beim Fisch oder das Standardwissen über Krankheiten. Normalerweise versucht man das vorhandene Wissen auf konkrete Dinge anzuwenden. Im Grunde ist es wie ein Puzzle und man schaut halt, wie das zu untersuchende Phänomen irgendwie in sein Konzept passt.
Die Herren Rationalisten wollen immer ein zwingendes Verfahren, sie müssen immer entlang eines verdammten Systems philosophieren. Das ist auch die Tragik von Kant. ,,The most ingenious way of becoming foolish, is by a system" sagt Shaftesbury. Ich schätze, dass 6o% der Arbeit von Kant nur darin bestand, alles in sein System, das er in der Kritik der reinen Vernunft entwickelt hat, irgendwie begrifflich unterzubringen. Einerseits ist es ja nicht schlecht, wenn man jedes Phänomen daraufhin untersuchen kann, wie und aufgrund welcher Merkmale es in ein System einzuordnen ist. Aber, wenn man nur in dieser Zwangsjacke steckt, dann ist das Denken tot. Deswegen ist mir die Sinnlichkeit so wichtig. Die Sinnlichkeit ist für mich die Quelle der Vielfalt.
Als man die Erde aus dem Zentrum des Kosmos torpedierte, gab es unendlich viele Schwierigkeiten, weil man noch nicht alle Planeten kannte [...] Trotzdem hat man das neue System übernommenen. Paradigmenwechsel, also Änderung der grundlegenden Annahmen, sind eher Machtwechsel. Man erhofft sich mehr Gewinn, mehr Nutzen von der neuen Theorie. In den Naturwissenschaften geht es tatsächlich primär nicht um Wahrheit, sondern um den materiellen, den operativen Nutzen: Schlägt das Antibiotikum an oder nicht? Ob die Theorie, warum es wirkt, wahr ist oder falsch, ist völlig egal [[Nun ja, dass glaube ich stimmt nicht so ganz. Aber gut, wir wissen was er will]]. Schon Peppers Buchtitel Logik der Forschung ist Murks, weil die Forschung nicht nur logisch vorgehen kann. Forschung ist eine Mischung aus Intuition, aus der Begeisterung der Leute, aus Begabungen, aus formalem Wissen und so weiter [[Ist das nicht in sich wieder logisch verknüpft?]]. Das ist etwas anderes als Logik.
Eines aber habe ich bei Pepper gelernt: Auch das Streben nach Rationalität macht nicht gefeit gegen Ideologien. Das ist für mich der Hauptgrund für eine fundamentale Bescheidenheit. Man kann noch so viel über etwas nachdenken, man wird nie zur Vollkommenheit gelangen. Schon deswegen bin ich der Meinung, dass das Denken unbedingt bunt werden muss.

GSaO: Einer ihrer Aufsätze für den blauen reiter heißt auch den Titel Philosophie, ein bunter Hund.


Man kann Probleme von unendlich vielen Seiten betrachten. Man kann links oder rechts um einen Berg herum gehen, man kann direkt darüber steigen oder einen Tunnel hindurch graben, dabei wird man am ehesten blind. Die Naturwissenschaftler sind wie Tunnelgräber. Sie bohren sich in ein Problem, aber links und rechts darf nichts mehr sein. Ein Experiment kann man nur machen, wenn man 99,9% der Wirklichkeit ausschließt. Mit derart gewonnenen Erkenntnissen kann man den Anspruch, die Wirklichkeit umfassend zu beschreiben, vergessen. Noch schlimmer ist es, wenn die Damen und Herren Wissenschaftler von Wahrheit reden. Ich halte den Wahrheitsbegriff für einen in hohem Maße ideologischen Machtbegriff. Den haben sich die Philosophen von den Theologen abgeschaut, er ist sozusagen der Abkömmling der Offenbarung. Wahrheit gilt quasi als Offenbarung des Guten.

Gib mir mehr Text...


ENDE Teil 1
. Wenn ihr mehr wollt, veröffentliche ich auch noch die restlichen Teile des Interview. Dafür sind 5 Kommentare notwendig. Also tippt was ein und strengt euch an. So wie ich beim zusammenstellen des Textes...
Soziales Dings
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